Wie Veränderungen zu Verbesserungen werden

Ein Beitrag von Dr. Ilona Bürgel:

Ich bin in diesem Monat seit einem Jahr in meinen neuen Büroräumen und genieße sie jeden Tag. Dies war eine Veränderung, die ganz klar zu den Verbesserungen gehört. Nicht immer scheint dies so auf der Hand zu liegen vor allem dann, wenn der Ruf „wir strukturieren um“ oder „wir fusionieren“ in Unternehmen ertönt. Es gibt drei wichtige Mechanismen, warum uns Veränderungen stressen und drei Lösungen, sie in Verbesserungen zu transformieren:

Zunächst einmal ist die Reaktion mit negativem Stress ganz normal. Stress ist eine Aktivierungs- und Anpassungsreaktion des Körpers auf sich verändernde Umgebungsbedingungen. Jede Körperzelle ist damit rund um die Uhr beschäftigt. Wir können es also. Die Stressreaktion führt auch dazu, dass wir unsere körperlichen und geistigen Ressourcen mobilisieren, um zu handeln. Ohne das Stresshormon Cortisol kämen wir früh kaum aus dem Bett.

Ein weiterer Automatismus hinter den negativen Gefühlen kommt vom so genannten Neulandinstinkt. Hier springen ganz alte Gehirn-areale an. Deren Aufgabe ist es, unser Überleben zu sichern. In den frühen Stadien der Menschwerdung waren Veränderungen lebensgefährlich. Weil das Wasser oder die Nahrung alle waren, man neue Lebensräume erobern musste in denen wilde Tiere oder andere hungrige Stämme warteten. Deshalb fühlen wir uns heute bei Veränderungen so bedroht. Ganz besonders wichtig ist zu wissen, dass es das Phänomen des katastrophischen Gehirns gibt. Auch dies ist ein menschheitsgeschichtlich alter Automatismus, sich auf Gefahren und Negatives zu konzentrieren. Damals wie heute ist es wichtig ganz schnell zu erkennen, dass wir uns schützen müssen. Früher davor, gefressen zu werden, heute davor, die Vorfahrt genommen zu bekommen.

Negativer Stress und katastrophisches Gehirn führen zum bekannten „Tunnelblick“. Wir sehen nicht mehr rechts noch links, wiederholen, was wir immer tun, unabhängig davon, ob es eine gute Lösung ist. Wir fahren sozusagen mental fest.

Es geht auch anders und zwar so:

1. Setzen Sie auf Ihre Resilienz

Wir haben schon so viel in unserem Leben hinbekommen, sind aus Krisen gestärkt hervorgegangen, haben gelernt, was nötig war. Gab es nicht auch bei der letzten Umstrukturierung zu wenige und zu spät Informationen? Und trotzdem hat sie am Ende funktioniert. Suchen Sie nach guten Beispielen, wie Sie das damals hinbekommen haben und machen Sie das Gelungene nach.

2. Entscheiden Sie sich

Freiwilligkeit, der Wille zur Verbesserung und gute Absichten sind der Kompass, der Sie durch jede Krise bringt. Das Argument, Sie hätten sich die neue Situation ja nicht ausgesucht, bringt Sie nicht weiter. Es gibt immer Alternativen. An jedem Ort und in jedem Alter. Sagen Sie „ja“ oder „nein“ und halten Sie sich daran.

3. Werden Sie aktiv

Viel zu oft verhalten sich Menschen bei Veränderungen wie das Kaninchen vor der Schlange – gar nicht. Abwarten ist eine mögliche Strategie. Wahrscheinlich nicht die Beste. Denn dann reagieren Sie nur auf das, was kommt, statt darauf Einfluss zu nehmen. Selbst wenn Sie keine Informationen haben, können Sie sich einen Marktüberblick verschaffen, ein Zwischenzeugnis anfordern, Visionen entwickeln, was Sie zum neuen Unternehmenskonzept beitragen würden. Je besser Sie vorgedacht haben, umso besser fühlen Sie sich und treten ganz anders auf.

 

über die Autorin:

Dr. Ilona Bürgel ist Diplom Psychologin, Referentin und Autorin. Mehr erfahren: www.ilonabuergel.de und www.facebook.com/ilonabuergel

Ilona Bürgel Autorin Psychologin ReferentinDr. Ilona Bürgel ist die Expertin für den Wirtschaftsfaktor Wohlbefinden. Sie zeigt, wie der Spagat zwischen Lust auf Leistung und Erhalt der eigenen Ressourcen in der Arbeitswelt von heute gelingen kann. Die Diplom-Psychologin promovierte zum Autobiographischen Gedächtnis und arbeitete 15 Jahre in Führungspositionen der freien Wirtschaft. Seit 2005 führt Dr. Bürgel ihr eigenes Unternehmen in Dresden, wofür sie 2011 für den „victress award“ und 2013 für den Querdenker-Award nominiert war. Dr. Ilona Bürgel ist als Vorbildunternehmerin des Bundesministeriums für Wirtschaft ausgezeichnet. Sie schreibt Kolumnen bei Focus Online, Wirtschaftswoche Online sowie in der „Sächsischen Zeitung“ und ist Beraterin für renommierte Medien wie „FAZ“ und „Die Welt“, bei Radiosendern wie dem MDR sowie in TV-Sendungen des NDR, MDR, ARD und ProSieben. Die bekennende Schokoladenliebhaberin lebt und arbeitet in Dresden und Aarhus (Dänemark).

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